TOURISMUS | Saastal Bergbahnen – AK-Erhöhung für neue Spielbodenbahn nicht zustande gekommen Verwaltungsrat auf fünf Mitglieder reduziert – Walliser Bote 5.03.16

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Quelle: https://www.1815.ch/news/wallis/aktuell/verwaltungsrat-auf-fuenf-mitglieder-reduziert-20160305-0/

Der neue Verwaltungsrat. Von links: Pirmin Zurbriggen (bisher), Edmond Offermann (bisher), Roger Kalbermatten (bisher), Rainer Flaig (neu) und Oscar Supersaxo (neu)

Saas-Fee. Verwaltungsratspräsident Marc Nufer trat an der gestrigen GV der Saastal Bergbahnen AG von seinem Amt zurück. Wer das Unternehmen künftig präsidieren wird, will der Verwaltungsrat erst nächste Woche bekannt geben.

Die Saastal Bergbahnen AG hat beschlossen, den Verwaltungsrat von sieben auf fünf Mitglieder zu schrumpfen. Demissioniert haben nebst Nufer auch die drei Verwaltungsratsmitglieder Thomas Frutiger, Rolf Mathis und Ivano Bumann. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Rainer Flaig, CEO der Saastal Bergbahnen AG, sowie Oscar Supersaxo, Treuhänder und langjähriger Revisor der Saastal Bergbahnen AG. Zu seinem Doppelmandat auf operativer und strategischer Ebene und anderen Fragen wollte Flaig gestern keine Stellung beziehen. Er liess ausrichten, dass er für ein Interview nicht zur Verfügung stehe.

Spielbodenbahn: Verhandlungen mit Bank

Auch nach mehrfacher Verlängerung der Frist der Aktienkapitalerhöhung für die neue Spielbodenbahn sind die geforderten neun Millionen Franken nicht zustande gekommen. Wie Marketingleiterin Susanne Voide auf Anfrage bestätigt, beträgt der aktuelle Stand knapp sieben Millionen Franken. 1,5 Millionen davon hat die Gemeinde gesprochen. Und auch Hauptaktionär Edmond Offermann hat einen grösseren Beitrag geleistet. In den sieben Millionen Franken ist das 2,7 Millionen Franken schwere Aktienpaket der IG «Freunde der Perle der Alpen» eingerechnet; also jene Gelder, die Einheimische und Gönner von Saas-Fee zusammengetragen haben. Allerdings sind diese Mittel noch nicht im Besitz der Saastal Bergbahnen AG, wie Voide erklärt: «Die entsprechenden Aktien wurden nur unter dem Vorbehalt gezeichnet, dass sie für den Bau der Spielbodenbahn verwendet werden und das Geld wird erst dann der Bahn überwiesen, wenn die Bank die Finanzierung für das Spielbodenbahn-Projekt zugesichert hat.» Laut Voide werde die Antwort der Bank binnen Wochenfrist erwartet. Die Geschäftsspitze gehe davon aus, dass das Aktienkapital von sieben Millionen für das Bankenleasing ausreichen sollte. Indes sei noch offen, ob die Bank das AK von sieben Millionen Franken akzeptieren werde, obwohl 2,7 Millionen Franken davon effektiv noch nicht vorhanden seien.

«Es ist noch offen, ob die Bank das AK von sieben Millionen Franken akzeptieren wird»
Susanne Voide Marketingleiterin

Die Zeit eilt. Mit jedem verstrichenen Tag sinkt die Chance, dass die neue Spielbodenbahn rechtzeitig auf die kommende Saison 2016/2017 hin realisiert werden kann. Die Konzession für die bestehende ist abgelaufen und kann nicht mehr verlängert werden.

Nufer: «Rückgang wird weitergehen»

Das verflossene Geschäftsjahr 2014/2015 bezeichnet der scheidende Verwaltungsratspräsident Nufer in seinem letzten Jahresbericht als Jahr der Extreme: «Die für den Tourismus relevanten Indikatoren wie Wetter, Wirtschaft und Währung waren für die Bergbahnen negativ wie selten zuvor.» Tiefer gelegene Destinationen litten unter dem späten Winteranfang und an Schneemangel über die Festtage 2014. Demgegenüber hielt sich der Rückgang der Logiernächte in Saas-Fee in Grenzen. «Aufgrund der demografischen Entwicklung, des geänderten Gästeverhaltens sowie der Fokussierung auf Skifahrer ist ein weiterer Rückgang an Logiernächten leider zu befürchten», ergänzt Nufer. Infolge des starken Schweizer Frankens sei davon auszugehen, dass das Gästeaufkommen aus Europa weiter abnehmen werde. Ein Ersatz aus anderen Märkten sei in Saas-Fee kurzfristig und ohne erhebliche Neuinvestitionen unrealistisch.

CEO spricht von beachtlicher Entwicklung

Vor diesem makroökonomischen Hintergrund bezeichnet CEO Flaig in seinem Bericht die finanzielle Entwicklung der Saastal Bergbahnen AG im Geschäftsjahr 2014/2015 als beachtlich: «Sowohl der Umsatz (–1,1 Prozent) als auch die Kosten (–0,4 Prozent) konnten wir praktisch auf Vorjahresniveau stabilisieren. Zum vierten Jahr in Folge konnte der Verlust massiv reduziert werden und steht nun bei knapp 400000 Franken gegenüber 3,6 Millionen Franken im Jahr 2011/2012.»

Die EBITDA-Marge bewege sich mit 35 Prozent ebenfalls auf Vorjahresniveau und damit auf einem im Branchenvergleich sehr guten Wert. Das Budget für das laufende Geschäftsjahr sehe gar ein positives Resultat vor. Dies sei beachtlich, wenn man bedenke, dass die Skier-Days in der Schweiz um über 5 Prozent und der Umsatz der Bergbahnunternehmen um über 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen seien. Dank konsequentem Kostenmanagement sowie der Weiterentwicklung des touristischen Angebots habe man den Gästerückgang aus dem EU-Raum nach der Aufhebung des Euromindestkurses einigermassen auffangen können.mk05. März 2016, 00:00

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