Fragwürdige Aktion we-make-it-happen.ch Saas Fee meldet Vollzug – Beobachter sehen Betrug

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Artikel vom 30.Nov.2016 Saas-Fee Watch

Auf den Tag und auf den Punkt genau meldet Saas Fee Vollzug, wenn es um die Aktion we-make-it-happen.ch geht. So ziemlich auf die Minute genau ist angeblich das Mindestmass an bestellten Tickets, die es nun zum Vorzugspreis geben soll, erreicht. Dabei sollten doch eigentlich mindestens 99’999 Abos verkauft werden, jetzt ist man schon mit zunächst 70’000 Abverkäufen glücklich und zufrieden.

Immerhin spielt diese Aktion der Saastal Bergbahnen AG mehr Geld im voraus ein, als in der vergangenen Wintersaison insgesamt verdient wurde.

Angeblich freuen sich darüber nicht nur die Macher sondern auch die Hotelier sund Betreiber von Ferienwohnungen in Saas Fee und Saas Amalgell. Dabei dürfte die Aktion doch eher ein Schlag tief in die Magengrube der Skiregion sein.

Zum unterdurchschnittlichen Discounterpreis werden hier Ski-Abos verkauft, die den Wert der Region auf die Augenhöhe eines Ramschladens bringen. Verramscht wird dabei alles, was in Saas Fee und Saas Amalgell bislang Wert und einen guten Ruf hatte. Nicht nur der Skispass wird zum Ausverkaufsgegenstand, auch die Qualität der Unterbringungen wird zumindest mittelfristig in Frage gestellt.

Verramscht werden ausserdem Adressdatensätze, nämlich an die Mountain Marketing AG mit Muttersitz in Österreich und das Vertrauen der Wintergäste, dass Ferien in Saas Fee und Saas Amalgell einen hochwertigen Stellenwert haben.

Komischerweise war wochenlang eher ein Dümpeln im Abverkauf der Ski-Abos zu beobachten, aber kurz vor Ende der Aktion schnellten die Zahlen plötzlich in die Höhe. Zwar wurde auch mit diesem, wahrscheinlich manipulierten Anstieg das eigentliche Ziel nicht erreicht, aber immerhin kann man ja Ziele auch senken, wenn sie plötzlich nicht mehr in die Strategie passen.

Die Antwort zum Betrug:

Interessant ist auch die vermeldete Euphorie der Leistungsträger im Zusammenhang mit der Aktion.Angeblich sind nicht nur die Skigäste happy, sondern auch viele Hoteliers und Leistungsanbieter. Sind sie das wirklich?

Hier steht auch die Frage, ob die Kapazitäten für die Unterbringung des zue rwartenden Skifahrer-Runs überhaupt vernünftig zu bewältigen sei. Und das ohne Abstriche an der Qualität, für die das Saastal bisher bekannt war.

Und was wird im kommenden Jahr? Werden dann die Preise noch weiter unter Ramschniveau fallen oder begibt man sich dann erst recht in die direkte preisliche Auseinandersetzung mit anderen Destinationen in der Schweiz, aber vor allem in Österreich. Hier bleibt alles offen, bis hin zur Gefahr, dass sich eine der schönsten Skiregionen im Oberwallis nicht nur weit unter Wert verkauft, sondern zum Schnäppchendiscounter für marodierende Skinomaden wird.

Wie wir bereits berichteten geht es in der Aktion, die unter anderem von der Saastal Bergbahnen AG veranstaltet wird weniger um attraktive Ski-Abos für die Feriengäste, sondern vielmehr um den Aufbau einer gigantischen Adresssammlung, die letztlich den Österreichern der Mountain Marketing AG nutzen wird. Das wird zwar vehement bestritten, aber in keiner Weise widerlegt. Und ausgeschlossen ist es nach den Satzungen der Mountain Marketing AG als Marketingpartner der Saastal Bergbahnen AG ohnehin nicht. Wer da den Veranstaltern zum gelungenen Coup gratuliert, dürfte entweder halbblind, verantwortungslos oder wahrlich naiv sein.

Es ist schon auffällig, wie doch nun so praktisch auf den letzten Metern das Ziel der Aktion zwar nicht erreicht, aber eben als erreicht deklariert wurde wurde. Beobachter wittern hier jedoch Betrug.

So wurde auf die entsprechende Webseite we-make-it-happen.ch ein Trackingsystem aufgesetzt, mit dem Besucherzahlen, einzelne Seitenzugriffe etc. sehr genau beobachtet und ausgewertet werden können.

Und jetzt wird es interessant: Laut Meldung aus Saas Fee werden die angepeilten 99’999 Abos pünktlich zum Termin zwar nicht erreicht, aber die Aktion auch mit 70’000 Abis als Erfolg verbucht. Dabei waren nur 42’000 Besucher auf der Angebotsseite. Und diese haben mit Sicherheit nicht alle Abos gekauft. Wo sind also die wenigstens 36’000 fehlenden Abos. Hier beziffern wir die nicht verkaufte Menge dann doch eher auf mindestens 40’000 oder gar 50’000 Abos.

Diese Differenz ist nicht zu erklären, auch nicht damit, dass einzelne Leistungsträger im Saastal angeblich mehrere Tausend Abos erworben hätten. Es wurde bereits vorgeschlagen, dass die Saastal Bergbahnen AG doch einfach einen unabhängigen Notar mit der Prüfung der Angelegenheit beauftragen solle. Eine entsprechende Reaktion ist nicht erfolgt, warum wohl? Hat die Saastal Bergbahnen AG vielleicht doch etwas zu verbergen? Vielleicht sogar im Auftrag der Mountain Marketing AG? Hier wünschen wir uns immer noch absolute Offenheit. Aber Offenheit war noch nie der Partner von Lug und Trug.

Übrigens sind den kritischen Beobachtern der Aktion auch Hoteliers und andere Leistungsträger namentlich und persönlich bekannt, die glaubhaft bestätigen, dass die von der Saastal Bergbahnen AG angegebenen Zahlen künstlich und manuell nach oben korrigiert wurden. Um damit eben noch mehr Abo-Interessenten anzulocken, die dann bereitwillig ihre Datensätze zur Verfügung stellen. Und darüber freuen sich insbesondere die Österreicher der Mountain Marketing AG, die dann irgendwann einmal damit einen schwunghaften Handel treiben dürften. Natürlich nicht nur zum Wohle des Saastals. Oder wollen wir wirklich glauben, dass diese so fragwürdige Aktion rundum sauber ist? Dann soll man uns mit Zahlen und Fakten, bitte nachprüfbar, überzeugen.

Übrigens drängt sich mir ein Bild vom Saastal der nächsten Jahre auf. Wenn ich in dieser Saison ein Ski-Abo für unter 250 CHF haben kann, dann will ich es nächstes Jahr noch billiger. Und eine Saison später eben noch billiger. Und wenn nicht, dann sollen wenigstens die Preise für Begleitangebote wie Verpflegung und Unterkunft sinken. Und so wird das Saastal zum Billig-Wunderland der Skiurlauber und verrottet allmählich in den Abgründen der Freizeit-Discounter, die nur noch schnellen billigen Spass ohne wahre Leistung bringen werden, Bis zum Absterben. Auf Teufel komm raus und mit Segen der Saastal Bergbahnen AG, die sich langfristig gesehen damit selbst ins Knie schiesst. Mal sehen, ob es dann auch die Schönredner und Macher der Ausverkaufs-Aktion 2016/2017 trifft. Das wäre dann der wahre Hammer. Dann frohe Abfahrt und Ski heil!

Wir sagen das ist Betrug und Saas Fee meldet Vollzug. Die wahren Zahlen sprechen für sich. Und fair betrachtet sollte die Aktion nicht we-make-it-happen.ch heissen, sondern treffender we-make-us-happy.ch.

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