Im Saastal bleibt der Wirtschaftskrimi rund um die Saastal Bergbahnen AG und die SMAG/STAG ungeklärt

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13.4.2019 von Saas-Fee.Watch

Fragen, die bislang unbeantwortet blieben

Für das Saastal wurde dazumal mit der Saastal Marketing AG (SMAG) ein KTI Projekt für die Hochschule Luzern für die Umsetzung vergeben. Allerdings ist bis heute offen geblieben, was dieses Projekt tatsächlich gekostet hat, was es dem Saastal gebracht hat und wie mit dem Geld insgesamt konkret umgegangen worden ist.

Die Innosuisse hat als Innovationsförderagentur des Bundes die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) per 1. Januar 2018 abgelöst.

Die Fragen richten sich an Prof. Dr. Jürg Stettler (HOCHSCHULE LUZERN – WIRTSCHAFT)

  • 2014 bis 2017 Verwaltungsratspräsident der Saastal Marketing AG (SMAG)
  • 2017 bis 2018 Verwaltungsratspräsident der Saastal Tourismus AG (STAG)

Die erste Frage wäre, was eigentlich das Ziel des KTI Antrages war? Im ersten Schritt wurde ein Antrag mit einer Summe von über 1 Millionen Franken beantragt, der jedoch abgelehnt wurde. Was sollte mit diesem Geld konkret getan werden?

In einem zweiten Antrag wurden dann immerhin noch 400’000 CHF bewilligt. Hier stellt sich die Frage, wo der Unterschied vom 1. zum 2. Antrag besteht und was mit diesem Geld wirklich bearbeitet wurde. Nicht zu vergessen ist, dass an die Hochschule Luzern (Prof. Dr. Stettler in Doppelfunktion) zusätzlich noch einmal 60’000 Franken von der SMAG nachgeschossen hat, ohne dass bis heute irgendein Ergebnis aus dem KTI Projekt vorliegen würde. Hier fehlt jegliche Transparenz zur Beantragung und Verwendung der Gelder.

Bisher auch nicht beantwortet ist die Frage, ob an die Projektmitglieder, Personen aus dem Verwaltungsrat wie selbst der CEO Pascal Schär Gelder aus der Projektfinanzierung ausbezahlt wurden und wenn ja wieviel und vor allem wofür.

Weiters steht die Frage, warum die Zielstellung für das gesamte KTI Projekt bereits nach 18 Monaten neu heimlich von Prof. Dr. Stettler definiert wurde. Auch hier fehlt jegliche nachvollziehbare Antwort, der eine solche Neudefinition logisch erklärbar machen würde.

Wann immer so kostspielige Projekte angegangen werden, stellt sich irgendwann die Frage, was erreicht wurde. Dazu gibt es keine schlüssigen Äusserungen, auch nicht durch die Gemeinde Saas-Fee oder die SMAG/STAG, die der Hochschule Luzern die Projektdurchführung mit Bundesgeldern bezahlt haben und jetzt praktisch nichts in den Händen halten.

In diesem Zusammenhang ist auch fraglich, ob man mit solchen, bislang nicht nachgewiesenen Ergebnissen überhaupt zufrieden sein kann. Auch diese Frage müssen die Player im KTI Skandal letztlich persönlich beantworten.

Was die HSLU für runde CHF 900’000 (inkl. Leistungen der KTI Mitglieder) erbracht ist eine peinliche Nummer. Die Folien resp Schlussbericht macht jeder Sekundarschüler besser! 3 Professoren liefern so eine geringe Qualität ab.

Link: https://www.hslu.ch/de-ch/hochschule-luzern/forschung/projekte/detail/?pid=2150

Der Abschlussbericht der HSLU:

Nach dem jetzigen Stand hat das gesamte KTI Projekt lediglich der Hochschule Luzern einen Nutzen gebracht. Der beziffert sich mindestens aus den öffentlich bekannten 460’000 Franken, deren Verwendung jedoch immer noch unklar ist. Für die Region im Saastal ist aus dem gesamten Projekt kein Nutzen abzuleiten oder erkennbar. Auch dazu fehlt eine klare Stellungnahme der Verantwortlichen im Projekt rund um Dr. Jörg Stettler. Die Antworten auf diese drängenden Fragen sollten dringlichst eingefordert werden. Zumal es hier um Bundesgelder ging, die mit einem klaren schriftlichen Auftrag versehen waren, der zu null Prozent erfüllt wurde. Vielmehr wurde eben noch dieser sagenumwobene Nachschuss von 60’000 Franken verlangt und bezahlt und dennoch liegt kein Ergebnis aus dem KTI Projekt vor. Wer hat sich all dieses Geld in die Tasche gewirtschaftet oder wurde doch etwas dafür getan?

Im Prinzip scheint es so, als hätte sich Dr. Stettler über die SMAG/STAG selbst einen Auftrag zugeschanzt, den er dann jedoch nicht erfüllen konnte. Entsprechend wurde die Zielstellung einfach nachträglich abgeändert und dennoch liegen bis heute keine Ergebnisse auf dem Tisch. Das sollte auch für die Hochschule Luzern ein echtes Armutszeugnis sein. Natürlich hat dabei auch Pascal Schär alle Augen zugedrückt, obgleich er sich seitens der SMAG/STAG für die Projektüberwachung und -kontrolle engagieren sollte. Letztlich ist das nicht verwunderlich, waren doch die Herren Stettler und Schär auch im sogenannten „Hammerdeal“ mitwirkende Protagonisten in ihren jeweils fragwürdigen Rollen.

Der „Hammerdeal“ ist noch immer ein Buch mit sieben Siegeln

In den letzten Wochen wurde nach der Gesellschafterversammlung der Saastal Bergbahnen AG der sogenannte „Hammerdeal“ aus der Saison 2017/2018 endlich etwas genauer beleuchtet und hat sich als absolutes Verlustgeschäft dargestellt. Nunmehr stellt sich die Frage, warum die betroffenen Stellen und auch die Gemeinde Saas-Fee sich so still verhalten und nicht darauf bestehen, dass zu den verbrannten Geldern klar Stellung bezogen wird. Schlussendlich wurden Millionen auch an Steuergeldern einfach so in den Wind geschossen und nun tut man so, als ob das nur ein kleiner Unfall gewesen wäre. Hier lohnt es sich wohl, die Verstrickungen zwischen solchen Leuten wie Rainer Flaig, Pascal Schär, Pirmin Zurbriggen, Dr. Jörg Stettler, der Hochschule Luzern, der SMAG/STAG, der Mountain Marketing AG und allen anderen Beteiligten klar und nachvollziehbar aufzudecken, was bislang nicht geschehen ist. Eine Verantwortungsklage wäre der einfachste Weg zu solcher Klarheit, wird aber seltsamerweise nicht ernsthaft angestrebt. Für die meisten lokalen Leistungsträger liegen hier klare Fakten von Wirtschaftskriminalität vor, die zumindest von der Staatsanwaltschaft im Wallis auf die Tagesordnung gehoben werden müssten.

Klarheiten, die fehlen

Der neueste Tagesanzeiger wartet mit einem hervorragend recherchierten Artikel zum Hammerdeal auf. Dennoch lohnt es sich, hier noch ein paar wesentliche Punkte näher zu beleuchten. Im Spiel um den Hammerdeal sind nicht nur Flaig, Zurbriggen, Schär und Stettler die Strippenzieher. Hier gibt es noch weitere Akteure, die klar benannt werden sollten und müssen.

Erstaunlich scheint es beispielsweise, dass laut dem Artikel im Tagesanzeiger die Gemeinde Saas-Fee den Verlustbetrag einfach abgeschrieben hat. Hier offenbart sich ein Punkt, der ganz viele Fragen aufwirft. Wie kann eine Gemeinde ohne einen Beschluss der Gemeindeversammlung über einen so hohen Betrag verfügen und diesen dann im Verlustfall einfach so abschreiben? Gerade wenn man weiss, dass Saas-Fee zu den höchsten verschuldeten Gemeinden der Schweiz überhaupt gehört. Auch dieser Punkt zeigt, mit welcher Energie daran gearbeitet wurde, den gescheiterten Hammerdeal einfach so vergessen zu machen. In diesem Zusammenhang kann es auch nicht sein, dass die Aktionäre jetzt die Defizite bezahlen, die durch gemeinschaftliches Versagen der Hauptakteure verspielt worden ist. Denken wir nur daran, mit welch grosser Kelle die Suppe „Hammerdeal“ von dern Herren Flaig, Schär, Stettler und Zurbriggen eingerührt wurde und wie man sich für diesen feiern liess. Wissen muss man auch, dass man für die Public Relation für den Hammerdeal an den beauftragten Ringier-Verlag in jedem Jahr eine satte Million Franken bezahlt hat, um dieses krumme Geschäft in der Öffentlichkeit mit entsprechenden Artikeln etc. zu propagieren. Auch hier bleiben Fragen offen.

Hört man sich Rainer Flaig an, so gibt dieser öffentlich kund, dass er den ganzen Nachprüfungen in Richtung Hammerdeal ganz gelassen entgegensieht. Diese Kaltschnäuzigkeit zeigt, dass der Herr wohl doch sehr viel Dreck am Stecken hat. Diese Gelassenheit dürfte Flaig schnell abhanden kommen, wenn man sieht, dass die von ihm immer bestrittenen Tatsachen sich jetzt am Licht der Öffentlichkeit als Wahrheiten herausstellen. Alleine schon die Aussagen zum Walliser Bote zeigen, wie hemmungslos er gelogen  hat. Rainer Flaig hat allerdings schon in Lenzerheide ausreichend unter Beweis gestellt, dass er es mit der Wahrheit nicht all zu ernst nimmt. Halbwahrheiten, Täuschungen und Lügen sind offensichtlich bis heute noch seine echten Soft Skills, mit denen er sich durch die Geschäftswelt mogelt und hier die Saastal Bergbahnen AG, SMAG und STAG mindestens genauso stilvoll betrogen hat wie einst die Aktionäre in Lenzerheide. Man könnte sogar munkeln, dass die Entscheidungsträger im Saastal haben belogen werden wollen. In der einheimischen Bevölkerung von Saas-Fee wird Flaig auch schon jetzt schlichtweg als der Lügenbaron bezeichnet. Fraglich bleibt nun doch, was Flaig in Andermatt will und was die dortigen Verantwortlichen erwarten. Wir empfehlen immer wieder, solchen Herren genau auf die Finger zu schauen und sie vor allem an Ergebnissen zu messen und nicht an schöngefärbten Reden. Unsere Warnung an Andermatt bezüglich Flaig bleibt bestehen.

Interessant sein dürfte es auch, sich noch einmal mit den Protokollen der Verwaltungsratssitzungen der Saastal Bergbahnen AG, SMAG und STAG zu befassen. Hier spielen Flaig und Schär ein eigenartiges Spiel, zumal Flaig sich hier auch in der Doppelrolle als Verwaltungsrat der SMAG/STAG und Verwaltungsrat und Geschäftsführer der Saastal Bergbahnen AG präsentiert. In dieser Ämterhäufung und Kombination liess sich natürlich ein prima Spiel aufführen, das allerdings nur ihm selbst zugute kam. An diese Vorgänge kommt nun langsam aber endlich mehr und mehr Transparenz.

Natürlich kann Flaig einer Verantwortungsklage gelassen entgegensehen, handelt es sich hier doch um einen Prozess, der sich bis über mehrerer Jahre in die Länge ziehen kann. Ende offen. Die vorliegenden Beweise sind jedoch jetzt schon so erdrückend, dass auch einem Rainer Flaig schnell das Lachen vergehen sollte, wenn es zu einer Anklage kommt. Eigentlich war der Ruf eines Flaig in der Lenzerheide schon beschädigt, nach Saas Fee ist er ruiniert und es wird interessant sein, was in Andermatt anders werden sollte. Um Schaden von Andermatt abzuwenden sollte die Frage gestellt werden, ob Rainer Flaig in der ihm zugeschriebenen Rolle eigentlich überhaupt noch tragbar ist. Dieselbe Fragestellung richtet sich an die Person Pascal Schär. Beide sind in Verfahren verstrickt die zeigen, dass der „Hammerdeal“ weiter nichts war als Lug und Betrug zu eigenen Gunsten.

Wie geht es weiter

Der neue CEO der Saastal Bergbahnen AG Herr Bumann masst sich schon jetzt in der Sache ein Rechtsanwaltsdiplom an. Er ist aber weder Anwalt oder sonst wie ein studierter Jurist. Der wirkliche Fall wurde jedoch von einer wahren Gruppe Juristen durchleuchtet. Dabei haben gleich drei unabhängig voneinander arbeitende Juristen festgestellt, dass eine Verantwortungsklage jederzeit eröffnet werden kann und schon jetzt auf der Grundlage der vorliegenden Beweise gewonnen werden kann. Mit dem Wissen der Gemeinde Saas-Fee in der Doppelrolle von Roger Kalbermatten, müsste die Gemeinde sogar Strafanzeige einreichen. Dabei scheint man noch immer an der Spitze des Eisberges zu sein und auch Bumann kann das nicht schönreden oder abwiegeln.

Gegeben sind eben nicht nur unlauterer Wettbewerb, sondern auch Untreue in der Geschäftsführung, was eben nicht nur vermutet wird, sondern bewiesen werden kann. Zu klären bleibt dabei noch die Rolle, die die Hochschule Luzern im bereits erwähnten KTI Projekt einnimmt. Also was wurde damals mit dem Geld tatsächlich gemacht?

Im Weiteren ist es schon komisch, dass man die Transparenz rund um den Hammerdeal nicht öffentlich darstellen will. Warum soll den Aktionären hier keine Einsicht in die Unterlagen gewährt werden? Was ist da so geheimnisvoll? Wie kommt der Preis von 222 CHF zustande. Fragen, die allesamt unbedingt zu klären sind. -je mehr hier verschleiert und verheimlicht wird, desto schlimmer und peinlicher wird es für die Akteure, die sich am Ende des Tages vor Gericht wiederfinden werden.

Im gleichen Zusammenhang stellt sich die Frage, welche Rolle Simon Bumann hier nun eigentlich einnimmt. Ist er für das Interesse des Saasertals, schützt er die Aktionäre, Leistungsträger und Einwohner oder baut er einen Schutzwall für Flaig, Schär, Zurbriggen, Stettler, Offermann, Kalbermatten und Co. auf? Diese Frage muss sich Bumann gefallen lassen und vor allem beantworten.

Das Verhalten ist nicht nachzuvollziehen. Zumal die Gemeinde selbst und all die anderen Geschädigten komplett anders reagieren müssten. Schon allein aus menschlicher Sicht, vielmehr aber noch aus wirtschaftlicher Sicht und aus der eigenen Verantwortung den Bürgern gegenüber heraus. Es steht also die Frage, warum verhalten sich die Leute in der Sache gerade so, wie sie sich gerade verhalten? Hier scheint noch viel im Argen zu liegen und manches Geheimnis ungelüftet. Fest steht, dass die Unfähigkeit des letzten Verwaltungsrates nicht Platz machen darf für neue Unfähigkeiten, Verdunklungen und irgendwelche miesen Geschäfte. Zu befürchten ist das jetzt jedoch allemal. Hier sollten sich Kalbermatten, Zurbriggen, Flaig, Schär, Stettler, Bumann und einige andere noch einmal genau befragen lassen (müssen).

Fest steht, dass hier noch viel mehr Transparenz in der Angelegenheit zu schaffen ist und die Staatsanwaltschaft von sich aus Untersuchungen wegen gewerbsmässigen Betrugs beginnen müsste. Dafür sprechen die ganzen Abläufe im „Hammerdeal“, aber auch die heimlichen Quersubventionierungen und viele andere nicht ganz saubere Geschäftspraktiken der Akteure.

Wer also schafft Licht ins Dunkel rund um die Machenschaften von Kalbermatten, Flaig, Schär, Zurbriggen, Stettler und Co.?

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