„SaasTal der Tränen“ – Tourismus-Krimi im Saastal

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Und Tränen sind im Saastal seit 2016 nun wahrlich genug geflossen.

30.4.2019 von Saas-Fee.Watch

Saastal Bergbahnen AG Hammerdeal Verantwortungsklage erforderlich

Wie die SaasTal Bergbahnen AG mit den Prozessen um den „Hammerdeal“ umgeht

Im Dunkeln ist gut munkeln. Auf jeden Fall dann, wenn das Licht der Öffentlichkeit gescheut wird und man zahlreiches Fehlverhalten aus der Vergangenheit ausblendet, um irgendwie einen fragwürdigen Neubeginn hinzubekommen. Dabei ist es gerade für die Saastal Bergbahnen AG nach der letzten Gesellschafterversammlung wichtig, Licht ins Dunkel rund um den „Hammerdeal“ zu bringen, der mittlerweile die Züge eines echten Wirtschaftskrimis annimmt. Da sich die neuen Verantwortlichen der Saastal Bergbahnen AG rund um Markus Schröcksnadel eher vor einer gründlichen Ausleuchtung der Vergangenheit scheuen, braucht es nunmehr investigativer Journalisten, interessierter Bürger aus dem Saastal und sicherlich auch vieler Kleinanleger, um endlich die Verstrickungen rund um den „Hammerdeal“ zu entwirren. Vor allem aber braucht es den Willen zur Wahrheit, die sicherlich dem einen oder anderen Akteur nur per Zwang zu entlocken sein wird. Nur so kann der Weg in eine bessere Zukunft der Saastal Bergbahnen AG gelingen und das Saastal aus dem „SaasTal der Tränen“ geholt werden. Und vor einer Verantwortungsklage sollte man sich dort nicht scheuen, wenn endlich die kunstvoll verschleierte und zumindest im Anfangsverdacht kriminelle Wahrheit auf den Tisch kommen soll.

Die sieben Yetis! Was ist passiert?

Es gibt mindestens sieben Hauptakteure, die für den wirtschaftlichen Untergang der Saastal Bergbahnen AG verantwortlich zu machen sind. Hier fallen die Namen Rainer Flaig, Pascal Schär, Marc Nuffer, Roger Kalbermatten, Offerman Edmund, Prof. Dr. Jörg Stettler und Pirmin Zurbriggen an vorderster Stelle, die in ebenso erstaunlich unseriöser wie auch beeindruckend eigenwilliger Weise den damals so genannten „Hammerdeal“ auf den Weg gebracht haben. Dabei zeigt sich spätestens jetzt, dass dieser Hammerdeal eher zum Totschlaginstrument für die Saastal Bergbahnen AG und eine ganze touristische Destination taugt.

Neben Flaig, Schär und Zurbriggen sind jedoch auch weitere Personen in die schattenvollen Machenschaften rund um den verlustreichen Hammerdeal verstrickt, die mit mehr oder minder viel Engagement und (Un)Wissen solche Geschäfte erst einmal möglich gemacht haben. Wer hier massgeblich mit an den Strippen gezogen hat, wird im Beitrag namentlich und mit seiner Rolle im Hammerdeal benannt werden.

Der damalige „Hammerdeal“ war eine gross angelegte Verkaufsaktion für Saisonkarten-Abos der Saastal Bergbahnen AG, die teilweise sogar für mehrere Jahre, aber in jedem Fall weit unter einem wirtschaftlich sinnvollen Preis verkauft wurden. Getarnt war diese Aktion als eine Crowdfunding-Aktion, die allerdings nur den Machern hinter Flaig und Co. jede Menge Geld in die Kassen und grossartige Datensammlungen in die Datenbanken der Mountain Marketing AG mit Stammsitz in Österreich einspülte. Von echtem Crowdfunding kann hier in keiner Weise die Rede sein.

Um den sogenannten „Hammerdeal“ möglich zu machen, wurden riesige Kontingente an spottbilligen Saisonkarten an unterschiedliche Grosseinkäufer verscherbelt, um auf diese Weise den Erfolg der Aktion zu beweisen. In Wirklichkeit haben also kaum interessierte Touristen, sondern vielmehr institutionelle Käufer für den scheinbaren Erfolg des „Hammerdeals“ gesorgt. Diese blieben dann teilweise sowohl auf den Billets als auch auf den Kosten dafür sitzen. Zu nennen sind hier beispielsweise die Mountain Marketing AG selbst, die mit 10’000 erworbenen Skipässen zum Gesamtpreis von um die 2,11 Millionen CHF den Deal erst einmal angeschoben hat, ohne für diese Karten schon fixe Abnehmer zu haben. Es sind also regelrechte Scheinverkäufe durchgeführt worden, um der Öffentlichkeit einen riesigen Erfolg vorgaukeln zu können. Mit von der Partie auch die Munizipalgemeinde Saas Fee, die 4’300 Jahresabos für über 907’000 Franken gekauft hat oder die Bürgergemeinde Saas-Fee, die für 1’700 Abos knapp 359’000 CHF auf den Tisch geblättert hat. Dass damals kaum klar war, ob man diese Abos überhaupt an echte Kunden würde verkaufen können, wurde trotz eindringlicher Warnungen von erfahrenen Marketing-Profis völlig ausgeblendet. Sicherlich auch unter der Wirkung von Rainer Flaig und Pascal Schär, die diesen unheilvollen Deal kreiert und den Aktionären schöngeredet hatten.

Was bleibt, ist ein Riesenverlust-Geschäft, von dem sich die Saastal Bergbahnen AG und die Menschen im Saastal in einem überschaubaren Zeitraum kaum werden erholen können.

Verantwortungsklage scheint der einzige Weg ins Licht

Schaut man sich die „Erfolgs“-Vita von Rainer Flaig etwas genauer an, dann wird deutlich welch einen Scharlatan man sich dazumal mit ins Boot geholt hat. Stichwort Lenzerheide: Wie sich LBB-Flaig seinen Abgang vergolden liess https://bit.ly/2TVg8CI . Hier stellte sich jener Rainer Flaig vor seinem Engagement im Saastal als Erfolgsmacher vor, kassierte reichlich Honorare um die 800’000 Franken jährlich und hinterliess einen wirtschaftlichen und moralischen Scherbenhaufen, mit dem die Region Lenzerheide heute noch zu kämpfen hat. Angesichts dieser Historie erscheint es schon fragwürdig, unter welchen Umständen Rainer Flaig von Pirmin Zurbriggen in den Verwaltungsrat der Saastal Bergbahnen AG gehievt wurde. Wir wissen es (noch) nicht, finden aber allein diese Fragestellung und vor allem die Antworten darauf äusserst interessant. Mit dazu gehört auch ein Patrick Pfäffli, der sich als erfolgreicher Buchautor mit einem Werk zur Preisstrategie präsentiert, aber allein davon im „Hammerdeal“ auf jede erdenkliche Weise abweicht. Warum? Auch das wissen wir nicht, sind aber auch von Patrick Pfäffli (ehm. Verwaltungsratsmiglied der SMAG bis ende 2018) an einer klaren und vor allem sauberen Antwort interessiert. Interessant ist eine Aufklärung darüber, wie der „Hammerdeal“-Jahres-Abo Preis von 222 Franken berechnet wurde, warum man auch mehrjährige Abos angeboten hat und wie das rechnerisch aufgehen sollte. Gefeiert wurde der „Hammerdeal“ als beste jemals aufgelegte Vermarktungsaktion in der Schweiz, bewährt hat sich die Aktion jedoch als absoluter Flop. Wer hat das zu verantworten?

Besonders interessiert an diesen Antworten sollten jedoch die Anleger der Saastal Bergbahnen AG und die Bürger im Saastal sein, die jetzt mit den horrenden Verlusten werden umgehen müssen. Und eine solche Klarheit lässt sich nur erzielen, wenn die Verantwortungsklage gegen Flaig, Schär und Zurbriggen gestellt wird. Der Weg dazu wäre offen, da weder Flaig noch Zurbriggen von der Gesellschafterversammlung entlastet worden sind.

Warum also nicht endlich die Verantwortungsklage auf den Weg bringen? Gibt es da noch weitere Verstrickungen beispielsweise auch mit der SMAG oder solchen Persönlichkeiten wie Professor Jörg Stettler von der Hochschule Luzern, die man lieber im Dunkeln lässt, als sie an das Licht der Wahrheit zu bringen? Immerhin hat auch Professor Stettler, als ausgewiesener Tourismus-Experte, mit der damaligen SMAG der Hochschule Luzern ein Schauspiel für betriebswirtschaftliches Unvermögen geliefert. Wir wissen es (noch) nicht, werden es aber sicherlich schon bald herausfinden. Vor allem im Interesse der zahlreichen Kleinanleger und der Öffentlichkeit im Saastal, die es nicht verdient haben, nun in einem „SaasTal der Tränen“ zu versinken. Verantworten muss sich hier neben Flaig und Zurbriggen auch der Gemeindepräsident von Saas Fee, Roger Kalbermatten, der am Deal nicht ganz unschuldig ist. Damit gewinnt das Trauerspiel um die Saastal Bergbahnen AG auch an einer politischen Komponente. Allein daraus ergibt sich die Notwendigkeit, eine Streitgemeinschaft für die Durchsetzung der Verantwortungsklage zu bilden, um auch von Seiten der Gemeinde Saas Fee als eine der Hauptaktionärin Transparenz in der Sache zu erreichen. Nicht zuletzt such, um als Gemeinde den Nebel rund um die Vorgänge zu lichten. Zumal sich Roger Kalbermatten auch als VR der Raiffeisen Mischabel-Gruppe mit einem besonderen Engagement für den „Hammerdeal“ auszeichnete. Wer hier den Dingen einfach ihren Lauf lässt, bevorteilt wirtschaftskriminelles Handeln auf eine besondere Weise. Getäuscht wurden mit dem „Hammerdeal“ nämlich nicht nur die Aktionäre der Saastal Bergbahnen AG, sondern auch die gesamte Schweiz. Insgesamt wird zu prüfen sein, welche Rechte in der Gesamtheit der Sache eigentlich verletzt worden sind.

Diesen Sumpf aufzulösen sollte nicht all zu schwer sein, da die handelnden Akteure bekannt und in der Schweiz auch greifbar sind. Dann sollten zivilrechtliche und auch strafrechtliche Schritte auch nicht all zu schwer sein, zumal bei genauerem Hinsehen die Abläufe durchaus nachvollziehbar und belegbar erscheinen.

Ein Jahr „Hammerdeal“ hätte vielleicht eine interessante Marketingsaktion sein können. Dies aber gleich mehrjährig zu tun ist betriebswirtschaftlicher Schwachsinn und lässt vermuten, dass Falig, Schär und Co. hier gezielt und bewusst eine Sache an die Wand fahren wollten. Wer dahinter steht, ist sicherlich auch eine spannende Fragestellung. Wenn fiktiv gedacht die Österreicher in scharfe Konkurrenz zur Schweiz gehen wollen, macht es natürlich Sinn, Schweizer Spitzendestinationen in den Ruin zu treiben. Gern auch längerfristig und sich wiederholend. Zumindest das haben Flaig und Schär mit Übereinstimmung durch Zurbriggen, Offermann, Kalbermatten und andere Akteure hervorragend geleistet.

Offenbar scheint jedoch der neue VR-Präsident Markus Schröcksnadel an zu viel Licht im Dunkel der Machenschaften kein wirkliches Interesse zu haben. Für ein solches Desinteresse spricht in jedem Fall die Art und Weise, wie jetzt mit der Vergangenheit und den Verlusten umgegangen wird. Da will man die „Vergangenheit lieber ruhen lassen“ und öffnet damit Tür und Tor zur Verschleierung und Vertuschung der fragwürdigen Praktiken von Flaig und Co. Rainer Flaig und Pascal Schär haben sich übrigens als Duo gleich einmal nach Andermatt abgesetzt, um dort wiederum für erstaunlich hohe Honorare die nächste Destination an die Wand zu fahren. Empfehlen können wir den Verantwortlichen in Andermatt nur, wachsam und äusserst aufmerksam zu sein, was die Geschäftspraktiken des eigenwilligen Duos Flaig/Schär angeht.

Neben Scheinverkäufen auch reger Datenhandel

Dass Scheinverkäufe von Jahresabos für die Saastal Bergbahnen AG nicht der saubere Weg für einen echten „Hammerdeal“ waren, ist hinlänglich bewiesen. Ebenso interessant dürfte aber auch sein, wie mit diesem „Hammerdeal“ eine riesige Datensammlung angelegt wurde, die vor allem der österreichischen Mutter der Mountain Marketing AG in die Geschäftskonten spielt. So haben sich all jene privaten Käufer der spottbilligen Jahresabos damit einverstanden erklärt, dass ihre Daten für einen Zeitraum von ganzen fünf Jahren der Mountain Marketing AG zur freien Verwendung zur Verfügung stehen. Damit konnten sich die Macher der Aktion eine riesige, wenn auch fragwürdige, Datensammlung anlegen, die sicherlich nicht für den wirtschaftlichen Erfolg im Saastal, sondern vielmehr für andere Projekte von Flaig, Schär und Co. genutzt werden wird.

Allein dadurch dürfte dem Saastal ein weiterer Schaden entstehen, der kaum zu beziffern, geschweige denn wieder gut zu machen ist. Ausgehen dürfen wir davon, dass diese Datensammlungen für weitere Aktionen beispielsweise in Andermatt eingesetzt werden und damit Touristen aus dem Saastal abziehen werden. Was sonst mit den freigegebenen Daten der Abonnenten geschehen wird, bleibt offen. Dementsprechend interessant dürfte auch sein, wie sich ein solches Geschäftsgebaren mit einschlägigen Datenschutzrichtlinien wird vereinbaren lassen. Hier hängt wohl einige nicht nur moralisch, sondern vor allem auch rechtlich in der Schieflage und fügt der gesamten Region grossen Schaden zu. Auch hegen wir starke Zweifel an der Seriosität und haben ein grosses Interesse an einer ehrlichen und nachvollziehbaren Offenlegung der Geschäftspraktiken der Mountain Marketing AG, von Flaig, Schär und Gesinnungsgenossen, die offenbar mit den erhobenen Daten einen schwunghaften Handel, sicherlich auch mit speziellen Gewinnen, betrieben haben.

Riesiges Geflecht wartet auf Entwirrung

Je tiefer man in die Thematik rund um den „Hammerdeal“ einsteigt, desto grosser wird die Menge an Verflechtungen und Verwirrungen in einem Knäuel aus Lug und Trug, Täuschung und Veruntreuung. Welcher dieser Vorwürfe Bestand haben kann, lässt sich derzeit nicht absehen. Absehbar jedoch ist, dass die Entwirrung der tiefen Verflechtungen eine Menge unbequemer Fragen und Antworten auf den Tisch bringen wird. Gerade dazu wäre die Verantwortungsklage gegen Flaig und Zurbriggen ein guter Weg, der zumindest ein Beginn der Aufklärung sein kann.

Nur wenn mit der Vergangenheit gründlich aufgeräumt wird besteht für die Saastal Bergbahnen AG eine wirkliche Chance auf einen Neubeginn. Je länger die Wahrheiten irgendwo im Dunkel versteckt ruhen, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Verantwortlichen ihrer Grundverantwortung entziehen und aus den Fehlern der Vergangenheit eben nicht gelernt wird.

Genau das deutet sich bereits jetzt an, wenn man hinterleuchtet, auf was Schröcksnadel die Zukunft der Saastal Bergbahnen AG und einer ganzen touristischen Destination setzen will. Markus Schröcksnadel konzentriert sich in keiner Weise auf eine sinnvolle Vergangenheitsbewältigung und die richtigen Schlussfolgerungen für die Zukunft. Vielmehr will man von all den eigenartigen Vorgängen rund um den „Hammerdeal“ nichts mehr wissen und richtet das Augenmerk viel lieber auf neue, jetzt schon absehbare Fehlentscheidungen wir beispielsweise den Verzicht auf das Engagement bezüglich der Hannigbahn. Das ist lächerlich und dumm. Das Problem sind hier nicht die Bahn und deren Auslastung, sondern vielmehr die Mängel in der Vermarktung. Würde man die Hannigbahn ordentlich vermarkten, wäre auch die Finanzierung in keiner Weise ein Problem. Es werden einfach wieder die Fehler der Vergangenheit begangen, anstatt diese zu benennen und auszumerzen. Hier will sich die Saastal Bergbahnen AG voll aus der Verantwortung ziehen und diese lieber an die Bevölkerung im Saastal abgeben. Das lässt zumindest der designierte Direktor der Saastal Bergbahnen AG verlautbaren und schiebt damit die finanzielle Verantwortung für das Projekt Hannigbahn voll auf die Bürger ab, die jetzt dafür eine eigenen Finanzierungsgesellschaft gründen sollen. Wie solche Absichten ausgehen, haben wir bereits von den Vorgängen rund um die Spielbodenbahn gelernt. Dort waren beispielsweise von insgesamt 20 Millionen Baukosten ein ganzes Drittel für Honorare an Ingenieure, Architekten und Berater ausgegeben worden, was ausserordentlich fragwürdig ist, nicht aber hinterfragt wird. Toll werden die Erfahrungen wieder nicht werden und so bleibt nur zu hoffen, dass sowohl die Bürger im Saastal als auch die Aktionäre der Saastal Bergbahnen AG einem solchen Ansinnen eine klare Abfuhr erteilen. Eigentlicher Grund für die Probleme der Hannigbahn ist nicht die Hannigbahn selbst, sondern das Verlustgeschäft mit dem „Hammerdeal“. Und dem lässt man mit dem Rückzug aus der Hannigbahn eine weitere Fehlentscheidung folgen. Das ist dumm und lächerlich.

Die finanzielle Sanierung der Verlustgeschäfte der Saastal Bergbahnen AG unter Zurbriggen, Flaig und Schär bedeutet eben nicht Verzicht, sondern vor allem Aufklärung und das in die Haftung nehmen der damals Verantwortlichen. Hier muss sich auch Markus Schröcksnadel deutlich positionieren wenn er nicht in Verdacht geraten will, die Machenschaften seiner Vorgänger weiter verschleiern zu wollen und vor der Aufklärung zu bewahren.

Welche Rolle da der Grossaktionär Offermann aus den Vereinigten Staaten spielt, ist ebenfalls interessant. Obgleich dieser seit jeher verspricht, die Finanzierung der Saastal Bergbahnen AG wesentlich zu unterstützen, hat er sich jedoch nur ein fettes Bündel Aktien gesichert und damit einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Geschäftspraktiken. Offermann selbst schweigt sich einfach aus und der Verwaltungsrat sieht sich nicht in der Lage, auch hier einmal ein wenig Licht zu machen. Wahrscheinlich hat man in den Entscheidungsgremien Angst davor, dass sich Offermann einfach zurückzieht und seinen Anteil einfach an irgendjemanden verkauft. Lieber lässt man die Kleinaktionäre bluten, die von den rund 50% Verlusten der letzten Periode viel härter getroffen werden als ein Offermann, der irgendwo in der Ferne sitzt und sein Engagement für das Saastal auf nette Worte statt auf harte Fakten stützt.

Die neue Strategie für die Saastal Bergbahnen AG wird nicht aufgehen

Markus Schröcksnadel hat die letzten Tage nicht genutzt, um die Verantwortlichen für den kläglichen „Hammerdeal“ wirklich in die Pflicht zu nehmen. Vielmehr soll jetzt bei faktisch „Null“ begonnen werden. Dafür habe man angeblich „reinen Tisch“ gemacht, wenngleich unter diesem Tisch alles andere als Sauberkeit herrscht. Das lässt sich auch aus dem Fakt vermuten, dass Bumann für die Kosten der Spielbodenbahn den Aktionären in der GV keine Einsicht gewährt, was er mit angeblichen Geschäftsgeheimnissen rechtfertigt. Warum aber sollte ein Unternehmen vor seinen eigenen Finanzieren Geheimnisse haben sollen? Das schürt weiteren Unmut und macht den „Neubeginn“ auch nicht gerade vertrauenswürdiger.

Als Hauptaktionärin der Saastal Bergbahnen AG hat die Familie Schröcksnadel kein Interesse an der weiteren Aufklärung der Vergangenheit. Lieber wolle man nach vorn schauen. Warum bitte schön nicht nach vorn schauen mit einem sauberen Blick nach hinten? Erklären lässt sich diese Strategie nicht, zumal dieses „Vorn“ auch nicht gerade erfolgversprechend und berauschend scheint. Markus Schröcksnadel schwärmt von einer Investitionssumme von 6,7 Millionen Franken allein für das kommende Jahr, setzt aber den Fokus für die Entwicklung viel lieber auf die künstliche Beschneiung. Damit sollen die Pisten schneller und effizienter nutzbar sein und so mehr Erträge einspielen. Weiter redet man viel über Komfortsteigerung, Rolltreppen, Bodenbeläge und ähnliche Kleinigkeiten, anstatt das Problem wirklich an der Wurzel zu packen. Und die könnte eben auch eine Haftbarmachung von Flaig, Schär und Zurbriggen sein, sofern man nicht selbst mit einem oder mehreren Beinen mit im Sumpf steckt. In puncto Hannigbahn zieht man sich lieber zurück, anstatt ein klares Bekenntnis zur Region auszusprechen. Auch das kann nicht der klare Weg in einen sauberen Neubeginn sein, wie dieser immer wieder beschworen wird.

Wirtschaftskrimi braucht kluge Kriminalisten

Aus den gesamten Umständen rund um den Hammerdeal wird klar, dass sich im Saastal ein wahrer Wirtschaftskrimi, allerdings im wahren Leben, abspielt. Auch wenn die neue Führungsspitze (sicherlich auch mit vielen alten Bekannten) die Vergangenheit verdrängen und mit einem „Neubeginn“ vergessen machen will, braucht es doch einer gründlichen Aufklärung der Vorgänge. Und es braucht der richtigen Personalien, wenn die zumindest im Ansatz kriminellen Machenschaften aufgelöst werden sollen. Was es vor allem braucht, sind engagierte Medien, eine aktive Presse und Öffentlichkeit und investigativer Journalisten, die sich der gesamten Sache intensiv widmen. Und nicht zuletzt braucht es der Judikative, die hier auch die rechtlichen Schritte einleitet.

Da macht es keinen Sinn, zu beschwichtigen und zu beschönigen. Ein sauberer Neubeginn geht nur mit einem sauberen Abschluss. Und der ist im Wirtschaftskrimi „Hammerdeal“ längst nicht erreicht. Und spätestens hier stellt sich die Frage, warum kein Licht in das Dunkel der Vorgänge gebracht werden soll. Vielleicht macht es Sinn, wenn vor allem die Kleinaktionäre auch ihrem neuen Vorstand die Pistole auf die Brust setzen und eine unvoreingenommene Klarheit einfordern. Nicht nur mit der Verantwortungsklage. Zur Not kann man der neu aufgestellten Führungsspitze das Vertrauen auch entziehen, indem man sich als Kleinaktionär von seinen verlustreichen Anteilen trennt. Denn wenn weiter so argumentiert und gewirtschaftet wird wie bislang, dürften sich die Verluste aus der letzten Periode auch in den nächsten Jahren nicht so schnell aufholen lassen. Und dann gilt wie so oft im Leben: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Und Tränen sind im Saastal seit 2016 nun wahrlich genug geflossen.

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