Gilberto Loacker

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Darum kostet das Ski-Abo nur 222 Franken

Saas-Fee geht mit günstiger Saisonkarte auf Kundensuche. Das rechnet sich aber erst, wenn 99 999 Wintersportler mitmachen.

Artikel-Quelle:https://www.blick.ch/brand-studio/saas_fee/saison-aktion-in-saas-fee-darum-kostet-das-ski-abo-nur-222-franken-id5707002.html

Weiterer Artikel im Blick:

Getty ImagesSonderaktion: Saas-Fee verkauft das Saisonabo für 222 Franken.

Es ist ein Sonderangebot: 222 Franken verlangt Saas-Fee VS für ein Saisonabo – allerdings nur, wenn bis 27. November 99 999 Stück verkauft werden (Blick am Abend berichtete). Zum Vergleich: Ein Sieben-Tage-Ticket gibt es ab 419 Franken, zwei Wochen kosten 656 Franken.

Gilberto Loacker

Rechnet sich das? «Ab 99 999 verkauften Abos stellt die Aktion kein finanzielles Risiko mehr dar», versichert Gilberto Loacker (42), Leiter des Saas-Fee-Projekts. Den Preis habe man bewusst festgelegt. «Ziel war es, dass der Preis zwischen einem Drei- und Viertagespass liegt.»

Mit dem Angebot will Loacker auch Gäste nach Saas-Fee locken, die nur ein paar vereinzelte Tage pro Saison auf die Bretter steigen. «Das Sonderangebot lohnt sich bereits ab dem vierten Tag, denn schon dann fährt man mit der 222-Franken-Saisonkarte sozusagen gratis.»

Saas-Fee verbilligt die Saison-Abos massivHier gehts zum 222-Franken-Saison-Abo

Mit langen Schlangen am Skilift rechnet Loacker nicht. «Selbst wenn wir 99 999 Saisonabos verkaufen, sind die Pisten nicht überfüllt.» Aktuell haben sich 23 000 Wintersportler für das Sonderangebot entschieden. Loacker zeigt sich zuversichtlich: «Ich bin überzeugt, dass die Kampagne am Schluss nochmals einen kräftigen Wachstumsschub bekommt.»

Die Aktion im Internet: we-make-it-happen.ch

Gekaufte «Blick»-Artikel nicht mit «Sponsored Story» gekennzeichnet

Quelle: http://www.kleinreport.ch/news/gekaufte-blick-artikel-nicht-mit-sponsored-story-gekennzeichnet-85637/

Ringiers Saas-Fee-Content-Marketing ohne Kennzeichnung – oder wie Ringier Adblocker mittels «kreativer» Massnahmen umgeht und seine journalistische Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt.

Seit Mitte Oktober veröffentlicht Ringier in seinen Titeln «Saas-Fee»-Artikel. Dem Leser wird schnell klar: Hier wird eine Marketing-Aktion beworben. Mittels einer sogenannten Crowdfunding-Aktion soll es möglich sein, dass eine Saisonkarte für gerade mal Fr. 222.- zu haben wäre.

Ausgangslage dafür ist, dass bis zum 27. November 2016 ganze 100 000 Kunden mitmachen. Verantwortlich für die Aktion sei die Betreibergesellschaft Bergbahnen Saas-Fee, die damit «den Oesterreichern» Paroli bieten wolle.

Leider hat die «Blick»-Redaktion bei diesen gekauften Artikeln die Kennzeichnung «Sponsored Story» vergessen, worauf sie der Schweizer Twitter-Nutzer «Mediawasher» alias Michael Maurantonio via Twitter aufmerksam gemacht hat, nachdem er bei den ersten beiden Artikeln noch «ein Auge zugedrückt» hatte: Maurantonio erhielt zwar keine Antwort, der Artikel wurde aber umgehend geändert und war fortan mit «Sponsored Content: Pulver gut zum Saisonstart» übertitelt.

Leider scheint das Gelernte nicht nachhaltig zu wirken. Bereits zwei Tage später erschien der nächste gekaufte «Blick»-Artikel ohne spezielle Kennzeichnung. Diesmal wurde der vermeintliche Projektleiter der Saas-Fee-Aktion, Gilberto Loacker, zitiert. Auch im «Blick am Abend» wurden die gleichen Artikel ohne entsprechende Kennzeichnung veröffentlicht. Die Serie läuft seit Mitte Oktober. Der Klein Report konnte bisher vier Artikel alleine im «Blick» finden.

Wie Recherchen des Klein Reports ergeben haben, ist Loacker nicht etwa ein Mitarbeiter der Saastal Bergbahnen AG, sondern ein österreichischer Staatsbürger, Gründer und CEO der Mountain Marketing AG in Freienbach mit Domiziladresse an der Seedammstrasse 3 in Pfäffikon im Kanton Schwyz. Diese wiederum gehört zum Dunstkreis der Alturos (Alturos AG Pfäffikon, Alturos Software Pfäffikon).

Es scheint, dass die Firma Mountain Marketing, die am 4. Oktober 2016 im Handelsregister eingetragen wurde und bis heute noch über keine eigene Webseite verfügt, eigens für dieses Projekt gegründet wurde. Die Frage aus den Kommentarspalten, was die Saaser dazu veranlasst hat, zwei österreichische Unternehmer mit einer Aktion «gegen Österreicher» zu beauftragen, scheint berechtigt.

Doch damit nicht genug. Wie der «Walliser Bote» herausgefunden hat, handelt es sich bei dem Ganzen um ein «Lockvogelangebot», dem es vor allem darum geht, Adressen zu sammeln, um diese dann auch für andere Marketing-Aktionen (auch fremder Ferienregionen) einzusetzen. Loacker, respektive Mountain Marketing, wird per Lead – also verkauftes Abo – bezahlt. Die exklusive Ringier-Zusammenarbeit basiert auf dem gleichen Prinzip.

Ausser Gilberto Loacker scheint aber kaum jemand an die 100 000 Kunden so richtig zu glauben. Gemäss der Aktions-Webseite sind bis 7.11.2016 erst 37 671 Winter-Cards bestellt worden. Was bei einem Fehlschlag mit den gesammelten Adressen geschieht, ist unklar.

Dass diese Kontaktdaten für Tourismus-Organisationen und andere Wintersport-nahe Branchen (Ski-Hersteller, Bekleidung und so weiter) interessant sind und damit wertvoll wären, liegt auf der Hand. Wer diese Datenbank dann kommerziell nutzen kann, ist aber unklar. Für Saas-Fee ist zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen vertraglich die exklusive Nutzung gesichert haben.

Auf der Webseite we-make-it-happen.ch sind als Kooperationspartner BKW, Ochsner Sport, Post Auto, Raiffeisen, Vivalpin und Dein Deal aufgeführt.

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