We-make-it-happen.ch – Kampagne dicht am Betrug Wie klare Zahlen die schmutzige Ski-Pass Kampagne der Saastal Bergbahnen AG und der Mountain Marketing AG entlarven

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Artikel vom 6.Jan.2017 Saas-Fee Watch

Seit einigen Tagen wird die Marketing Kampagne we-make-it-happen der Mountain Marketing AG in Gemeinschaft mit STB heiß diskutiert. Auf der einen Seite zweifeln gut informierte Insider die Seriosität einer solchen Aktion mit begründetem Verdacht auf Datenhandel etc. an, auf der anderen Seite verteidigen die Saastal Bergbahnen AG und Mountain Marketing die Aktion als vollkommen sauber. Nur Neid auf eine erfolgreiche Aktion wäre nach deren Ansicht der Treiber der Diskussion.

Dass Neid kaum etwas mit Zahlen zu tun hat, ist ein Vorteil, den die Zweifler an der Redlichkeit der Ski-Pass-Aktion we-make-it-happen jetzt ins Spiel bringen.

Das Internet vergisst nicht

Und das Internet bietet umfangreiche Möglichkeiten und Tools, um Aktivitäten im Netz auswerten zu können. Mit solchen Tools wurde jetzt das Nutzerverhalten auf der Aktionswebseite we-make-it-happen.ch ausgewertet. Die entsprechenden Ausdrucke zu den Ergebnissen der Tracking-Auswertung liegen vor.

Was deutlich wird ist

  1. Dass die auf der Aktionswebseite angegebene Zahl der bisherigen Verkäufe im Vergleich zu den entsprechenden Seitenzugriffen niemals stimmen kann und
  2. Dass eindeutig gekaufter Traffic auf die Webseite geleitet wurde, um hier das Bild eines regen Interesses vorzutäuschen.

Beides im Zusammenhang mit der fragwürdigen Ski-Pass-Aktion gebracht legt den Verdacht nahe, dass hier mit betrügerischen Mitteln eine Aktion vermarktet wird, die letztlich nur der Mountain Marketing AG nützt. Nämlich in der Form, ganz nebenher Datensätze zu erlangen, die dann nach vorliegendem Vertragswerk völlig frei genutzt werden können. Auch wenn das vom CEO der STB vehement bestritten wird. Vielleicht sollte dieser dann noch einmal die Verträge mit der Mountain Marketing AG genauer durchlesen.

Und woher kommen eigentlich die Webseitenbesucher? Angeblich in der Masse aus der Schweiz, obwohl es bekanntermassen vorzugsweise Ausländer sind, die im Winter das Saastal als Skiregion besuchen. Und welcher Schweizer gibt schon „we-make-it-happen“ in eine Suchmaschine ein, wenn er nach einem Skipass sucht? Ein Grossteil der Webseitenaufrufe stammt aber aus einer solchen direkten Eingabe. Das lässt vermuten, dass hier gekaufter Traffic erzeugt wird.

Zahlen sind Fakten

Interessant wird es, wenn man sich die Zugriffszahlen auf die Aktionswebseite und die Quellen der Links etc. genauer ansieht. Dann wird klar, dass hier nur ein verschwindend geringer Teil an Tickets tatsächlich über diese Seite verkauft wurden, obgleich dem Seitenbesucher etwas völlig anderes vorgegaukelt wird. Das ist zumindest lächerlich, wenn nicht gar dicht am Betrug. Zumal die Absprungrate auf der Webseite bei deutlich über 50% liegt, was nicht dafür spricht, dass hier kompetente Verlinkungen erzeugt worden sind. Das wird auch klar wenn man sieht, unter welchen Suchbegriffen Besucher auf die Aktions-Webseite we-make-it-happen.ch geleitet werden. ‚Auch dazu geben die gelieferten Unterlagen deutliche Hinweise.

Stellt man die Zahlen der relevanten Seitenbesuche in ein vernünftiges Verhältnis zu den angeblichen Verkäufen von Saison-Tickets, dann ergibt sich eine deutliche Diskrepanz. Es ist zu vermuten, dass die Zahl der angegebenen Verkäufe deutlich höher angegeben ist, als tatsächlich nachweisbare Verkäufe. Und das nur mit dem Ziel, potentielle Kunden über den möglichen Erfolg der Aktion zu täuschen.

Interessant wäre es, wenn sich die Macher der Aktion we-make-it-happen einer notariellen Überprüfung stellen würden. Dann könnte ein unabhängiger Notar prüfen, wieviel Tickets entsprechend dem Zahlenwerk der STB und der Mountain Marketing AG tatsächlich verkauft worden sind.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass weiterhin Leistungsträger im Saastal per Mail aufgefordert werden, doch jetzt ganz schnell noch Kontingente der Saison-Pässe als Reseller zu erwerben. Damit würden sie den Erfolg der Aktion sichern. Im Umkehrschluss heisst das, dass diese Leistungsträger am Misserfolg schuld sind, wenn sie keine Kontingente erwerben.

Im Übrigen gibt es eine Menge an Leistungsträgern im Saastal, die sich bislang erfolgreich dieser fragwürdigen Aktion entziehen. Entsprechend der vorliegenden Mail gibt es aber auch Leistungsträger, die angeblich Kontingente erworben haben ohne zu wissen, ob sie die Ski-Pässe tatsächlich an Feriengäste werden verkaufen können. Das sind also letztlich faule Zahlen, da hier keine wahren Abverkäufe vorliegen. Was dann mit den Kosten für die nicht weiterverkauften Tickets wird, bleibt offen.

Wer sich ein wenig mit den Zahlen und Fakten des Trackings befasst und dabei den normalen Menschenverstand einsetzt, kommt am Betrugsverdacht gegen die STB und die Moutain Marketing AG nicht ganz vorbei. Nun ist es an den Machern der Aktion, die Diskrepanzen ebenfalls mit Fakten zu erklären und dazu am besten unabhängige notarielle Einsicht zu gewähren. Wir gehen davon aus, dass das jedoch nicht stattfinden wird.

Es zeichnet sich immer deutlicher ein Skandal ab, der der Tourismusregion Saastal nachhaltig schaden wird und viele Leistungsträger in ein fragwürdiges Licht rückt. Zu welchem Preis kann derzeit nicht beziffert werden.

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