SonntagsZeitung– 28. April 2019 Seite: 38 Wirtschaft

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Die Smartcut Consulting ist umformiert worden aus der ehemaligen Matter Gretener Lesch Communications AG

Die im Herbst 2016 lancierte Saisonkarte für 222 Franken brachte Saas-Fee kein Glück. Die Bergbahnen rutschten tief in die roten Zahlen und mussten durch die österreichische Schröcksnadel-Gruppe gerettet werden. Den ehemaligen Verwaltungsräten Pirmin Zurbriggen (Foto) und Rainer Flaig droht deswegen eine Klage. Trotzdem verkauft die Zürcher Marketingagentur Smartcut Consulting den sogenannten Hammerdeal immer noch als grosse Erfolgsgeschichte. Sie habe die Idee «der sensationell günstigen Saisonkarte entwickelt und kalkuliert», steht auf der Website der Agentur. Stolz schreibt sie von «90000 Bestellungen und dem Europarekord im Crowdfunding». Dabei verschweigt der geschäftsführende Partner Marcus Gretener, der sich als «Kopf hinter der Wintercard von Saas-Fee» bezeichnet, dass die Saastal Bergbahnen AG offiziell nur 75000 Karten verkauften – und jüngst eingestehen mussten, dass selbst diese Zahl geschönt war. So erwarb die Gemeinde Saas-Fee 6000 Saisonkarten und die für das Crowdfunding zuständige Partnerfirma 10000 Abos. Viele dieser Tickets wurden nie benutzt.

Die Smartcut Consulting ist umformiert worden aus der ehemaligen Matter Gretener Lesch Communications AG

Im Internet: https://smartcut.consulting/projects/wintercard/

3 Kommentare

  1. Die Idee & Umsetzung kam aus Österreich und nicht aus Zürich! Interessant wie sich eine Agentur auf einer Lüge aufbauen lässt.

  2. Saas-Fee/Destinationsentwicklung
    Die 100-Millionen-Franken-Idee

    Von einer Werbeagentur erwartet man Zurückhaltung und die Wahrheit. Mit dem Titel und der finanziellen Lage der Saastal Bergbahnen AG ist dies in einem heftigen Wiederspruch. Die Ergebnisse mit 9 Mio Marketinggelder ist auch keine Leistung.

    In Ihrem Werbetext:

    Wir entwickeln und kalkulieren die Idee einer sensationell günstigen Saisonkarte für CHF 222 und lancieren die WinterCARD im Oktober 2016 mit einem Crowdfunding. Das Resultat: Mit über 90’000 Bestellungen wird der «Hammerdeal» Wirklichkeit – und der Europarekord im Crowdfunding aufgestellt.

    Können wir bestätigen, dass dies nicht stimmt. Oder haben die dies im KTI Projekt mit dem Team berechnet. Das wäre ja der nächste Witz.

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